Du hast schon einiges gelesen. Vielleicht hast du dir eine Liste mit Beraterinnen angelegt, vielleicht steht eine größere Entscheidung an. Und jetzt fragst du dich: Wie finde ich heraus, wem ich mein Geld und meine Situation anvertrauen kann?
Eine Website sagt dir wenig darüber. Das erste Gespräch sagt dir mehr. Dafür musst du nicht vom Fach sein. Du brauchst nur fünf Fragen und den Mut, sie zu stellen.
Vorab: Die Berufsbezeichnung sagt noch nichts
"Finanzberaterin", "Finanzcoach" oder "Honorarberaterin" sind keine geschützten Begriffe. Jede kann sich so nennen.
Geschützt ist die Zulassung. Für eine Beratung auf Honorarbasis ist es die Zulassung nach § 34h der Gewerbeordnung. Sie ist der Ausgangspunkt, aber nicht das ganze Bild. Die folgenden Fragen zeigen dir den Rest.
Frage 1: Welche Zulassung haben Sie?
Frag direkt danach und lass dir die Antwort erklären. Es gibt zwei Zulassungen, die ähnlich klingen und sehr Unterschiedliches erlauben:
- § 34h GewO: Die Beratung wird ausschließlich über ein Honorar vergütet. Provisionen dürfen nicht angenommen werden.
- § 34f GewO: Die Vermittlung von Finanzanlagen ist auch gegen Provision möglich.
Eine seriöse Beraterin nennt dir die Zulassung ohne Zögern. Du kannst sie außerdem im öffentlichen Vermittlerregister (vermittlerregister.org) prüfen. Das dauert ein paar Minuten.
Frage 2: Wie setzt sich Ihr Honorar zusammen?
Du solltest wissen, was dich erwartet, bevor du einen Termin buchst. Ob Stundensatz, Pauschale oder Projektpreis: Die Form ist weniger wichtig als die Klarheit.
Gute Fragen dazu:
- Was ist im Honorar enthalten?
- Was kostet der erste Schritt?
- Gibt es Folgekosten, die sich erst später zeigen?
Wenn Preise nur vage genannt werden oder Nachfragen ausweichend beantwortet werden, ist das eine Information. Keine Beratung muss billig sein. Aber sie sollte nachvollziehbar sein.
Frage 3: Verdienen Sie an Produkten?
Es ist eine direkte Frage, und du hast ein Recht auf eine direkte Antwort. Manche Anbieter arbeiten mit zwei Modellen, Honorar und Provision. Dann frag nach, wann welches gilt, wer das entscheidet und wie du es erfährst.
Eine unabhängige Beraterin auf Honorarbasis kann dir diese Frage klar beantworten.
Frage 4: Was bekomme ich am Ende, und kann ich den Plan selbst umsetzen?
Ein guter Plan ist mehr als eine Liste mit Produkten. Er beschreibt deine Ausgangslage, deine Ziele und die Reihenfolge der nächsten Schritte. Er sollte so verständlich sein, dass du ihn auch ohne die Beraterin umsetzen kannst.
Du kannst nachfragen: Bekomme ich ein schriftliches Ergebnis? Muss ich die Umsetzung über dich machen, oder kann ich sie selbst übernehmen?
Ein Plan, den du nur mit der Beraterin umsetzen kannst, ist keine Unabhängigkeit.
Frage 5: Was fragen Sie mich zuerst?
Das ist die vielleicht wichtigste Frage, auch wenn du sie nicht stellst. Du erkennst eine gute Beratung daran, dass sie zuerst zuhört.
Im ersten Gespräch sollte es um dich gehen: um dein Einkommen, deine Ziele, deine Unterlagen und das, was dich gerade beschäftigt. Produkte kommen später, wenn überhaupt.
Wenn die erste Frage schon ein Produkt betrifft, hast du die Antwort auf deine eigene Frage bekommen.
Was du im ersten Gespräch nicht musst
Du musst keine Unterlagen perfekt sortiert mitbringen. Du musst keine Zahlen auswendig kennen. Du musst dich nicht entscheiden.
Und du darfst nachfragen, so oft du willst. Wenn du dich beim Gespräch unter Druck gesetzt fühlst, ist das ebenfalls eine Information.
Dein nächster kleiner Schritt
Schreib dir die fünf Fragen auf und nimm sie mit in jedes Erstgespräch, auch in unseres.
Wenn du mit diesen Fragen ins Gespräch gehen willst, melde dich über unser Kontaktformular. Du entscheidest, ob es passt, und wir starten dort, wo du stehst.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Finanz-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Entscheidungen über Finanzprodukte sollten auf Grundlage persönlicher Beratung und eigener Recherche getroffen werden.




