36,9 % weniger Rente – und du hast nichts falsch gemacht
Lass mich dir eine Zahl zeigen, die wütend macht: 36,9 %. So viel weniger Rente bekommen Frauen in Deutschland im Durchschnitt als Männer, ohne Hinterbliebenenrente gerechnet (Quelle: Statistisches Bundesamt, 2024).
Das ist nicht irgendeine abstrakte Statistik. Das sind wir, unsere Nachbarinnen und Freundinnen. Das sind Millionen Frauen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und trotzdem im Alter weniger haben als Männer.
Und wenn du in Teilzeit arbeitest? Dann ist die Lücke noch größer. Vielleicht sitzt du gerade hier und denkst: „Ich hätte mehr arbeiten sollen. Ich hätte nicht so lange Elternzeit nehmen sollen. Ich hätte..."
Stop.
Du hast dich um deine Kinder gekümmert. Du hast deine Eltern gepflegt. Du hast den Mental Load geschultert, den niemand bezahlt. Du hast Kompromisse gemacht, weil das System von dir verlangt hat, dass du dich zwischen Karriere und Care-Arbeit entscheidest.
Das Problem bist nicht du, sondern ein System, das Care-Arbeit nicht wertschätzt und Teilzeit bestraft.
Aber – und jetzt kommt der wichtige Teil – du kannst trotzdem etwas tun. Du kannst die Lücke nicht komplett schließen. Aber du kannst sie deutlich kleiner machen. Mit konkreten Strategien, die du heute anfangen kannst.
Dieser Artikel zeigt dir, wie.
Warum Teilzeit deine Rente killt – die brutale Wahrheit in Zahlen
Bevor wir zu den Lösungen kommen, lass uns ehrlich sein: Teilzeit ist finanziell brutal. Nicht nur heute – sondern vor allem später.
Rechenbeispiel: Vollzeit vs. Teilzeit über 20 Jahre
Szenario A: Sarah, Vollzeit (40 Std/Woche)
- Bruttogehalt: 3.500 € monatlich
- Rentenbeitrag: ca. 651 € (18,6 % von 3.500 €)
- Rentenpunkte pro Jahr: ca. 0,76
- Nach 20 Jahren: 15,2 Rentenpunkte = ca. 593 € monatliche Rente
Szenario B: Lisa, Teilzeit (25 Std/Woche)
- Bruttogehalt: 2.200 € monatlich (ca. 63 % von Vollzeit)
- Rentenbeitrag: ca. 409 € (18,6 % von 2.200 €)
- Rentenpunkte pro Jahr: ca. 0,48
- Nach 20 Jahren: 9,6 Rentenpunkte = ca. 374 € monatliche Rente
Differenz: 219 € monatlich – oder 52.560 € über 20 Jahre Rentenbezug.
Und das ist nur die gesetzliche Rente. Dazu kommt:
Die drei Mechanismen, die dich doppelt und dreifach treffen
1. Weniger RentenpunkteJede Arbeitsstunde, die du nicht arbeitest, kostet dich Rentenpunkte. Ein Rentenpunkt ist aktuell ca. 39 € monatliche Rente wert. Klingt wenig? Über 20 Jahre Rentenbezug sind das 9.360 € pro Rentenpunkt.
2. Weniger (oder keine) betriebliche AltersvorsorgeViele Arbeitgeber zahlen nur ab einer bestimmten Stundenzahl in die betriebliche Altersvorsorge ein – oft ab 20 oder 30 Stunden. Arbeitest du weniger, gehst du leer aus.
3. Weniger Kapital für private VorsorgeMit einem Teilzeitgehalt bleibt am Monatsende oft nichts übrig für ETF-Sparpläne oder private Altersvorsorge. Vollzeit-Kolleginnen können 300 € monatlich sparen – du schaffst vielleicht 50 €. Über 20 Jahre bei 7 % Rendite: Sie hat 156.000 €, du 26.000 €.
Zusammengerechnet: Teilzeit kostet dich nicht nur heute Geld – sondern ein Vielfaches im Alter.
Mehr zur Teilzeitfalle und ihren finanziellen Folgen findest du hier.
Die 7 Strategien: So schließt du den Gender Pension Gap
Jetzt wird's konkret. Diese sieben Strategien kannst du heute anfangen umzusetzen – egal wie viele Stunden du arbeitest.
Strategie 1: Teilzeit-Stunden optimieren (Schwellenwerte kennen)
Nicht jede Teilzeit-Stunde ist gleich viel wert. Es gibt Schwellenwerte, bei denen sich kleine Änderungen massiv auswirken.
Warum 20 Stunden besser sind als 15
Viele Arbeitgeber zahlen betriebliche Altersvorsorge erst ab 20 Stunden pro Woche. Arbeitest du 15 Stunden, gehst du leer aus. Arbeitest du 20 Stunden, bekommst du den vollen Arbeitgeberzuschuss.
Rechenbeispiel:
- Arbeitgeberzuschuss: 50 € monatlich
- Über 20 Jahre: 12.000 € + Zinsen = ca. 16.500 €
5 Stunden mehr pro Woche = 16.500 € mehr im Alter.
Warum 30 Stunden besser sind als 25
Ab 30 Stunden giltst du in vielen Unternehmen als „vollzeitnah" – das bedeutet:
- Bessere Chancen auf Führungspositionen
- Höhere Gehaltssteigerungen
- Mehr Rentenpunkte (siehe Rechenbeispiel oben)
Konkrete Verhandlungstipps:
Frag deinen Arbeitgeber: „Ab wie vielen Stunden zahlen Sie in die betriebliche Altersvorsorge ein?"
Verhandle gezielt auf Schwellenwerte (z. B. von 18 auf 20 Stunden)
Prüfe, ob Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten mehr Stunden ermöglichen
Strategie 2: Freiwillige Rentenbeiträge aufstocken
Wusstest du, dass du freiwillig mehr in die gesetzliche Rente einzahlen kannst – auch wenn du in Teilzeit arbeitest?
Wie funktioniert das?
Du zahlst zusätzlich zu deinen Pflichtbeiträgen freiwillige Beiträge ein. Die Höhe kannst du selbst bestimmen – zwischen 112,16 € (Mindestbeitrag) und 1.571,70 € (Höchstbeitrag) monatlich (Stand 2026).
Beispiel:
- Du arbeitest 20 Std/Woche, verdienst 1.500 € brutto
- Dein Pflichtbeitrag: ca. 279 € (18,6 % von 1.500 €)
- Du zahlst freiwillig 100 € zusätzlich ein
Ergebnis: Du sammelst Rentenpunkte wie jemand, der 2.038 € verdient
Rechenbeispiel: Lohnt sich das?
Einzahlung: 100 € monatlich über 20 Jahre = 24.000 €
Rentenpunkte: ca. 2,6 zusätzliche Punkte
Monatliche Rente: ca. 101 € mehr
Über 20 Jahre Rentenbezug: 24.240 €
Break-Even nach ca. 20 Jahren – danach Gewinn.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Geh auf die Website der Deutschen Rentenversicherung
- Lade das Formular „Antrag auf Zahlung freiwilliger Beiträge" herunter
- Fülle es aus (du kannst die Höhe monatlich anpassen!)
- Schicke es ab – fertig
Mehr zur Rentenlücke und wie du sie berechnest, findest du hier.
Strategie 3: Betriebliche Altersvorsorge maximal nutzen
Wenn dein Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) anbietet – nutze sie. Auch in Teilzeit.
Arbeitgeberzuschuss mitnehmen (auch in Teilzeit!)
Seit 2022 ist der Arbeitgeberzuschuss zur bAV Pflicht: Wenn du per Entgeltumwandlung in die bAV einzahlst, muss dein Arbeitgeber mindestens 15 % dazugeben.
Beispiel:
- Du zahlst 50 € monatlich ein (Entgeltumwandlung)
- Dein Arbeitgeber gibt 7,50 € dazu
- Gesamt: 57,50 € monatlich
Über 20 Jahre bei 4 % Rendite: ca. 21.000 €
Entgeltumwandlung: Ja oder nein?
Vorteile:
Arbeitgeberzuschuss (geschenktes Geld!)
Steuer- und sozialabgabenfrei (heute)
Zusätzliche Altersvorsorge
Nachteile:
❌ Weniger Netto heute
❌ Weniger gesetzliche Rente (weil du auf weniger Gehalt Rentenbeiträge zahlst)
❌ Rente aus bAV wird voll versteuert
Faustregel: Wenn dein Arbeitgeber mindestens 20 % dazugibt, lohnt es sich fast immer.
Häufige Fehler
❌ „Ich bin in Teilzeit, das lohnt sich nicht" – Falsch! Gerade in Teilzeit ist jeder Euro wichtig.
❌ „Ich zahle nur den Mindestbetrag ein" – Prüfe, ob du mehr schaffst – der Arbeitgeberzuschuss wächst mit.
Strategie 4: Riester trotz Teilzeit – wann es sich lohnt
Riester hat einen schlechten Ruf – oft zu Recht. Aber für Frauen in Teilzeit mit Kindern kann Riester richtig gut sein.
Zulagen für Kinder: 300 € pro Kind
Für jedes kindergeldberechtigte Kind bekommst du 300 € Zulage pro Jahr (für Kinder ab 2008 geboren; davor 185 €). Plus 175 € Grundzulage.
Beispiel: Alleinerziehende mit 2 Kindern
- Zulagen: 175 € (Grund) + 600 € (2 Kinder) = 775 € pro Jahr
- Mindestbeitrag: 4 % des Bruttogehalts (max. 2.100 €) – minus Zulagen
- Bei 1.500 € brutto: 60 € pro Jahr Eigenbeitrag = 5 € monatlich
Du zahlst 5 € im Monat, der Staat gibt dir 775 € im Jahr. Das ist eine Rendite von 1.450 %.
Achtung, Riester wird im Januar 2027 abgelöst vom neuen Altersvorsorgedepot. Ab dann können keine neuen Verträge abschlossen werden. Wenn du solange warten kannst, dann tu das. Mehr zum Altersvorsorgedepot findest du in unserem Aritkel.
Mindestbeitrag vs. Maximalbeitrag
Mindestbeitrag: 60 € pro Jahr (5 € monatlich) – du bekommst die vollen ZulagenMaximalbeitrag: 2.100 € pro Jahr – steuerlich absetzbar
Für Teilzeit-Frauen: Meist reicht der Mindestbeitrag + Zulagen.
Wann Riester sich NICHT lohnt
❌ Wenn du keine Kinder hast und wenig verdienst (Zulagen zu gering)
❌ Wenn du im Alter Grundsicherung bekommst (Riester wird angerechnet)
❌ Wenn du flexibel bleiben willst (Riester ist unflexibel)
Mehr zur Altersvorsorge für Frauen findest du hier.
Strategie 5: ETF-Sparplan parallel aufbauen
Auch wenn du in Teilzeit arbeitest: 50 € im Monat können den Unterschied machen.
Warum auch kleine Beträge zählen
Rechenbeispiel: 50 € monatlich über 20 Jahre
- Einzahlungen: 12.000 €
- Bei 7 % Rendite: ca. 26.000 €
- Gewinn: 14.000 €
Das ist mehr als ein Jahr Teilzeit-Netto.
Zinseszins-Effekt: Dein bester Freund
Je früher du anfängst, desto mehr Zeit hat dein Geld zu wachsen.
Beispiel:
- Start mit 30: 50 € monatlich bis 67 = 94.000 €
- Start mit 40: 50 € monatlich bis 67 = 34.000 €
10 Jahre später anfangen kostet dich 60.000 €.
Flexibilität als Sicherheitsnetz
Anders als Riester oder Rürup kannst du bei einem ETF-Sparplan:
- Jederzeit pausieren
- Jederzeit erhöhen/reduzieren
- Jederzeit verkaufen (z. B. bei Notfall)
- Vererben
Konkrete Anleitung: Lies unseren ETF-Sparplan-Guide – Schritt für Schritt, ohne Fachjargon.
Strategie 6: Kindererziehungszeiten anrechnen lassen
Das ist geschenktes Geld – aber viele Frauen wissen nicht, dass sie es beantragen müssen.
Was sind Kindererziehungszeiten?
Für jedes Kind, das du erzogen hast, bekommst du Rentenpunkte – auch wenn du in dieser Zeit nicht gearbeitet hast.
Für Kinder geboren ab 1992: 3 Jahre = ca. 3 Rentenpunkte = ca. 117 € monatliche RenteFür Kinder geboren vor 1992: 2,5 Jahre = ca. 2,5 Rentenpunkte = ca. 98 € monatliche Rente
Wie viele Rentenpunkte gibt's?
Pro Jahr Kindererziehungszeit bekommst du ca. 1 Rentenpunkt – das entspricht dem Durchschnittsverdienst.
Beispiel: 2 Kinder (geboren ab 1992)
- 2 × 3 Jahre = 6 Rentenpunkte
- Ca. 234 € monatliche Rente
- Über 20 Jahre: 56.160 €
Wie beantragst du das?
Wichtig: Kindererziehungszeiten werden NICHT automatisch angerechnet. Du musst sie beantragen!
So geht's:
- Formular „V0800 – Antrag auf Kontenklärung" bei der Deutschen Rentenversicherung herunterladen
- Geburtsurkunden der Kinder beilegen
- Abschicken – fertig
Mach das JETZT. Nicht später. Jetzt.
Mehr dazu in unserem Artikel Kind und Karriere: Was deine Finanzen jetzt brauchen.
Strategie 7: Partnerschaftliche Finanzplanung
Das ist die unbequemste – aber vielleicht wichtigste – Strategie.
Warum "er verdient mehr" gefährlich ist
Wenn du in Teilzeit gehst, damit dein Partner Vollzeit arbeiten kann, verzichtest du auf Einkommen, Karriere und Rente. Du investierst in seine Karriere – auf Kosten deiner eigenen.
Das ist nicht fair. Und es ist finanziell riskant.
Was passiert bei Trennung?
- Du hast jahrelang weniger verdient
- Du hast Rentenlücken
- Du hast weniger Vermögen aufgebaut
- Er hat alles – du hast wenig
Mehr dazu in unserem Leitfaden zu Finanzen bei Scheidung.
Partnerschaftsvertrag / Ausgleichszahlungen
Eine faire Lösung:
Option 1: Ausgleichszahlungen für Altersvorsorge
Dein Partner zahlt monatlich einen Betrag in deine private Altersvorsorge (z. B. ETF-Sparplan) – als Ausgleich für deine Teilzeit.
Beispiel:
- Du arbeitest 25 Std statt 40 Std
- Einkommensverlust: ca. 800 € netto monatlich
- Dein Partner zahlt 300 € monatlich in deinen ETF-Sparplan
Option 2: Gemeinsame Altersvorsorge-Strategie
Ihr plant gemeinsam, wie viel jeder von euch für die Altersvorsorge zurücklegt – unabhängig vom Einkommen.
Beispiel:
- Gemeinsames Netto: 5.000 €
- Altersvorsorge-Budget: 1.000 € (20 %)
- Aufteilung: 500 € für dich, 500 € für ihn – nicht proportional zum Einkommen
Was bei Trennung/Scheidung passiert
Ohne Ausgleich:
- Er hat hohe Rente, du niedrige
- Versorgungsausgleich gleicht nur die Ehezeit aus
- Du bleibst mit Lücken zurück
Mit Ausgleich:
- Du hast eigenes Vermögen aufgebaut
- Du bist finanziell unabhängiger
- Du hast weniger Angst vor Altersarmut
Das Gespräch ist unangenehm. Aber es ist nötig.
3 konkrete Rechenbeispiele: IST vs. SOLL vs. MIT STRATEGIEN
Jetzt wird's real. Drei Frauen, drei Situationen – und wie die Strategien konkret wirken.
Szenario 1: Mutter, 30 Std/Woche, 2 Kinder, verheiratet
Ausgangssituation:
- Alter: 35 Jahre
- Arbeitszeit: 30 Std/Woche
- Bruttogehalt: 2.400 € monatlich
- 2 Kinder (5 und 3 Jahre alt)
- Partner verdient 4.500 € brutto
IST-Rente (ohne Strategien):
- Gesetzliche Rente (30 Jahre Teilzeit): ca. 850 € monatlich
- Betriebliche Altersvorsorge: 0 € (Arbeitgeber zahlt erst ab 35 Std)
- Private Vorsorge: 0 € (kein Geld übrig)
- Gesamt: 850 € monatlich
SOLL-Rente (Bedarf im Alter):
- Ca. 70 % des heutigen Nettos: 1.400 € monatlich
- Lücke: 550 € monatlich
MIT STRATEGIEN:
Strategie 1: Arbeitszeit auf 32 Std erhöhen → Arbeitgeber zahlt bAV (50 € monatlich + Zuschuss)
Strategie 4: Riester mit Kinderzulagen (5 € Eigenbeitrag, 775 € Zulagen pro Jahr)
Strategie 5: ETF-Sparplan 100 € monatlich (Partner zahlt 50 € als Ausgleich)
Strategie 6: Kindererziehungszeiten anrechnen lassen (6 Rentenpunkte = 234 € Rente)
NEUE Rente:
- Gesetzliche Rente: 850 € + 234 € (Kindererziehung) = 1.084 €
- Betriebliche Altersvorsorge (20 Jahre): ca. 21.000 € Kapital = ca. 87 € monatlich (bei 20 Jahren Auszahlung)
- Riester (20 Jahre): ca. 28.000 € Kapital = ca. 117 € monatlich
- ETF-Sparplan (100 € × 20 Jahre): ca. 52.000 € Kapital = ca. 217 € monatlich
Gesamt: ca. 1.505 € monatlich. Lücke geschlossen? JA. Sogar übertroffen.
Szenario 2: Alleinerziehende, 25 Std/Woche, 1 Kind
Ausgangssituation:
- Alter: 40 Jahre
- Arbeitszeit: 25 Std/Woche
- Bruttogehalt: 1.800 € monatlich
- 1 Kind (8 Jahre alt)
- Alleinerziehend
IST-Rente (ohne Strategien):
- Gesetzliche Rente (27 Jahre Teilzeit): ca. 620 € monatlich
- Betriebliche Altersvorsorge: 0 €
- Private Vorsorge: 0 €
- Gesamt: 620 € monatlich
SOLL-Rente (Bedarf im Alter):
- Ca. 70 % des heutigen Nettos: 1.000 € monatlich
- Lücke: 380 € monatlich
MIT STRATEGIEN:
Strategie 2: Freiwillige Rentenbeiträge 50 € monatlich
Strategie 4: Riester mit Kinderzulage (5 € Eigenbeitrag, 475 € Zulagen pro Jahr)
Strategie 5: ETF-Sparplan 50 € monatlich
Strategie 6: Kindererziehungszeiten anrechnen lassen (3 Rentenpunkte = 117 € Rente)
NEUE Rente:
- Gesetzliche Rente: 620 € + 117 € (Kindererziehung) + ca. 50 € (freiwillige Beiträge) = 787 €
- Riester (27 Jahre): ca. 20.000 € Kapital = ca. 83 € monatlich
- ETF-Sparplan (50 € × 27 Jahre): ca. 46.000 € Kapital = ca. 192 € monatlich
Gesamt: ca. 1.062 € monatlich Lücke geschlossen? JA.
Szenario 3: Frau ohne Kinder, 20 Std/Woche, Pflege der Eltern
Ausgangssituation:
- Alter: 45 Jahre
- Arbeitszeit: 20 Std/Woche (wegen Pflege der Eltern)
- Bruttogehalt: 1.500 € monatlich
- Keine Kinder
- Ledig
IST-Rente (ohne Strategien):
- Gesetzliche Rente (22 Jahre Teilzeit): ca. 480 € monatlich
- Betriebliche Altersvorsorge: 0 €
- Private Vorsorge: 0 €
- Gesamt: 480 € monatlich
SOLL-Rente (Bedarf im Alter):
- Ca. 70 % des heutigen Nettos: 850 € monatlich
- Lücke: 370 € monatlich
MIT STRATEGIEN:
Strategie 1: Arbeitszeit auf 22 Std erhöhen (bAV-Schwelle erreicht)
Strategie 2: Freiwillige Rentenbeiträge 80 € monatlich
Strategie 3: Betriebliche Altersvorsorge 40 € monatlich (+ 6 € Arbeitgeberzuschuss)
Strategie 5: ETF-Sparplan 70 € monatlich
NEUE Rente:
- Gesetzliche Rente: 480 € + ca. 80 € (freiwillige Beiträge) = 560 €
- Betriebliche Altersvorsorge (22 Jahre): ca. 18.000 € Kapital = ca. 75 € monatlich
- ETF-Sparplan (70 € × 22 Jahre): ca. 50.000 € Kapital = ca. 208 € monatlich
Gesamt: ca. 843 € monatlich. Lücke fast geschlossen.
Checkliste: "Habe ich alles optimiert?"
Geh diese Liste durch – und hake ab, was du schon machst.
Ich kenne meine voraussichtliche gesetzliche Rente (Rentenbescheid angefordert)
Ich habe Kindererziehungszeiten anrechnen lassen (falls Kinder vorhanden)
Ich arbeite mindestens 20 Stunden pro Woche (oder habe geprüft, ob mehr möglich ist)
Ich nutze die betriebliche Altersvorsorge (falls angeboten)
Ich zahle freiwillige Rentenbeiträge (falls sinnvoll)
Ich habe einen Riester-Vertrag (falls Kinder vorhanden)
Ich bespare einen ETF-Sparplan (mindestens 50 € monatlich)
Ich habe mit meinem Partner über Altersvorsorge-Ausgleich gesprochen (falls verheiratet/in Partnerschaft)
Ich überprüfe meine Altersvorsorge jährlich (z. B. immer im Januar)
Ich weiß, wie viel Rente ich im Alter brauche (Bedarfsrechnung gemacht)
Wie viele Häkchen hast du?
- 0–3: Du hast noch viel Potenzial – fang mit Strategie 6 an (Kindererziehungszeiten)
- 4–6: Du bist auf einem guten Weg – optimiere weiter
- 7–10: Du machst fast alles richtig – bleib dran!
Wann du professionelle Hilfe brauchst
Manchmal wird's zu komplex. Und das ist okay.
Wann reicht Selbstinformation nicht mehr?
- Komplexe Familiensituationen: Patchwork-Familien, mehrere Kinder aus verschiedenen Beziehungen, Pflegekinder
- Scheidung/Trennung: Versorgungsausgleich, Unterhalt, Vermögensaufteilung – hier brauchst du Profis
- Selbstständigkeit + Teilzeit: Wenn du teilweise selbstständig, teilweise angestellt bist
- Hohe Einkommen: Wenn du trotz Teilzeit gut verdienst und steuerlich optimieren willst
Wie GeldGefährtinnen dich unterstützt
Wir helfen dir:
Deine individuelle Rentenlücke zu berechnen
Die richtigen Strategien für deine Situation zu finden
Konkrete Schritte zu planen (was machst du wann?)
Jährlich zu überprüfen und anzupassen
Honorarberatung bedeutet:
- Keine Provisionen – wir verkaufen dir nichts
- Transparente Kosten - vorher klar, was du hinterher maximal bezahlst
- Unabhängige Beratung – nur das, was wirklich zu dir passt
Mehr zum Unterschied zwischen Honorar- und Provisionsberatung findest du hier.
Jeder Schritt zählt – auch die kleinen
Lass uns kurz zusammenfassen:
Der Gender Pension Gap ist real: 36,9 % weniger Rente für Frauen – und in Teilzeit noch mehr
Teilzeit kostet dich dreifach: Weniger Rentenpunkte, weniger bAV, weniger private Vorsorge
Du hast 7 Strategien:
- Teilzeit-Stunden optimieren (Schwellenwerte nutzen)
- Freiwillige Rentenbeiträge aufstocken
- Betriebliche Altersvorsorge maximal nutzen
- Riester trotz Teilzeit (mit Kinderzulagen)
- ETF-Sparplan parallel aufbauen
- Kindererziehungszeiten anrechnen lassen
- Partnerschaftliche Finanzplanung
Kleine Beträge, große Wirkung: 50 € monatlich über 20 Jahre = 26.000 €
Du musst nicht alles auf einmal machen – fang mit einer Strategie an
Du hast nicht versagt. Du hast Entscheidungen getroffen, die das System von dir verlangt hat. Aber du kannst trotzdem etwas tun.
Nicht um die Lücke komplett zu schließen – das schaffst du allein nicht, weil das Problem strukturell ist.
Aber um sie kleiner zu machen. Deutlich kleiner.
Und jeder Euro, den du heute für deine Rente zurücklegst, ist ein Euro weniger Angst im Alter.
Du schaffst das. Schritt für Schritt.
Oder buche direkt dein kostenloses Erstgespräch mit einer GeldGefährtinnen-Beraterin – ohne Verpflichtung, ohne Druck, einfach um zu schauen, wie wir dir helfen können.
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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle finanzielle Beratung. Für deine persönliche Situation empfehlen wir immer den Rat einer unabhängigen Finanzberaterin.
Quellen:
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Gender Pension Gap 2024
- Deutsche Rentenversicherung: Kindererziehungszeiten, freiwillige Beiträge
- WSI GenderDatenPortal: Teilzeitquoten und Rentenlücken
- Prognos-Studie: Gender Pension Gap ohne Hinterbliebenenrente
Über GeldGefährtinnen: Wir sind deine Finanzbegleiterinnen – für alle Lebensphasen, aber besonders für die, in denen das System gegen dich arbeitet. Weil finanzielle Unabhängigkeit kein Privileg sein sollte.
Weiterlesen:
- Gender Pension Gap: Warum Frauen im Alter weniger Rente bekommen
- Teilzeitfalle: Was du finanziell wirklich verlierst
- Altersvorsorge für Frauen: Der komplette Guide

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